Interview mit Christoph Krauss (Boss-Magazin 11/2018)

03 Dez Interview mit Christoph Krauss (Boss-Magazin 11/2018)

Interview mit Christoph Krauss im Boss-Magazin 11/2018

 

Christoph Krauss,

Gründer und Geschäftsführer der Benchex GmbH

Welchen Werdegang haben Sie und wie führte Sie dieser in die Branche?

Ich habe BWL an der Uni Mannheim studiert, war dann bei Heidelberger Druck und danach im Vertrieb und Marketing bei der Beiersdorf AG. Dort habe ich bemerkt, dass die Belange des Handels nicht annähernd so gut in die Strategie einfließen wie die der Konsumenten – obwohl Marken doch beim Handel ihren Umsatz machen. Mit diesem Gedanken habe ich die Benchex GmbH gegründet und seit 2014 führen wir regelmäßig Projekte in der PBS-Branche durch.

Was gefällt Ihnen besonders gut an der Branche und was ist verbesserungswürdig?

Gut gefällt mir die Begeisterung für die Produkte und Marken, die wir in unseren Projekten immer wieder spüren, sowie den sehr konstruktiven Umgang. Beim Thema Digitalisierung sowie Innovationskraft sehe ich Chancen.

  1. Erzählen Sie uns etwas, das wir unbedingt über Sie wissen sollten!

Natürlich schätze ich Planbarkeit und Seriosität. Ich mag aber auch das Unbekannte und Neue in Form von Abenteuern direkt vor der Haustür. Beispiel: Ich bin mal von Duisburg nach Dortmund gewandert – ohne Zelt und mit nur 5 Euro Tagesbudget.

2. Jeder Mensch hat seine unbekannten Talente aber auch seine Schwachstellen. Was können Sie richtig gut und worin wären Sie gerne besser?

Ich kann diszipliniert und selbständig neue Themen erarbeiten und umsetzen und bin recht robust, was Niederlagen angeht. Dadurch, dass wir mit Benchex in ca. zehn Kategorien aktiv sind, kommt manchmal das Kontakthalten und Networking zu kurz – das würde ich gerne besser können.

3. Was war die wichtigste Lektion, die Sie in Ihrem Leben gelernt haben?

Ich bin erst mit knapp 40 das erste Mal Vater geworden und habe dadurch eine Menge positiver Lektionen gelernt – das hätte gerne ein bisschen früher sein können.

4. Nehmen wir an, Sie würden im Lotto gewinnen – was würden Sie tun?

Erst mal grundsätzlich Ruhe bewahren und mit der Familie etwas Einmaliges machen (siehe z. B. Frage 8). Dann aber vermutlich weiter machen wie bisher – aber nachts etwas ruhiger schlafen.

5. Was machen Sie an einem Tag, an dem keine Termine sind?

Im Büro: neue Projekte aufsetzen und die berühmte „Admin“. An Wochenenden gerne etwas mit der Familie an der frischen Luft.

6. Wann hatten Sie das letzte Mal weder Telefon noch Internet und wie gingen Sie mit dieser Situation um?

Ehrlich gesagt bei fast jeder Bahnfahrt. Ich gehe damit mittlerweile routiniert um… Noch lieber ist mir allerdings, wenn ich die Offlinezeiten selbst steuern kann. Das ist heute meines Erachtens ein Muss – zum Glück hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass das Prinzip „Always-on“ auf Dauer die Gesundheit gefährdet.

7. Jedes Kind hat seinen eigenen Helden, wer war das Idol Ihrer Kindheit?

Ich würde sagen, der Serienheld Colt Seavers – er führte einen schon damals beneidenswerten Lifestyle und fand in jeder Situation eine Lösung.

8. Welchen Traum – privat oder beruflich – wollen Sie sich unbedingt noch erfüllen?

Ich möchte gerne mit meiner Familie das Polarlicht sehen.

9. Schuhe, gutes Essen, faulenzen – nicht nein sagen können Sie zu…?

Einer Skatrunde mit Freunden.

10. Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Ich wollte als Kind beruflich etwas mit Wald und Natur werden – z. B. Forstwirt. Nach der Bundeswehr allerdings, hatte ich von Wald und Natur vorerst genug.

11. Mit welcher prominenten Persönlichkeit würden Sie gerne einmal einen Tag verbringen und wie würden Sie diesen gestalten?

Ohne großer Rolling Stones Fan zu sein: Ich glaube ein Tag mit Keith Richards wäre hoch aufschlussreich. Ich würde den Tag aber auf jeden Fall so gestalten, dass ich nicht alle seine Hobbys ungeprüft übernehme.

12. Aus welchen Gründen wären Sie gerne mit sich selbst befreundet?

Schwere Frage… Vielleicht weil ich eine treue Seele bin und Freundschaften hege und pflege. Außerdem schaffe ich es meistens, meine Freunde zum Lachen zu bringen.

13. Wenn Sie in der Zeit reisen könnten, wohin würde Ihre Reise führen?

Aus reiner Neugier: gerne eine kurze Zeitspanne in die Zukunft – um von dort aus festzustellen, welche heute als bahnbrechend gehypte technologischen Innovationen (Hyperloop?) sich tatsächlich durchsetzen werden.

14. Wie sehen Sie die Zukunft unserer Branche, wie und wohin wird sie sich entwickeln?

Aus der Perspektive B-to-C wird es wie in anderen Branchen auch eine schnellere und radikalere Differenzierung in den Märkten geben. Akteure (Marke und Handel), die die Digitalisierung als Chance verstehen und diese im richtigen Maße nutzen, werden eine klasse Zukunft haben.


Siehe auch: http://www.boss-magazin.de/boss/archiv/boss_11_2018.pdf [externer Link]