Vom POS zum PoX – Beitrag benchex & WeShop

12 Dez Vom POS zum PoX – Beitrag benchex & WeShop

Einkaufserlebnis ist die neue Kerndisziplin im Fachhandel

Vom PoS zum PoX

BENCHEX | In vergangenen Ausgaben haben wir über Ergebnisse der Benchex GmbH zum Online-Marketing und Online-Verkauf im Schreibgerätemarkt geschrieben. Natürlich ist uns bewusst, dass der stationäre Handel nach wie vor das Rückgrat der Kategorie darstellt und Antworten auf die digitalen Herausforderungen sucht. Einen Beitrag dazu leistet Dirk Vonten.

Unser Interviewpartner Dirk Vonten ist Managing Partner der Weshop.one GmbH & Co. KG (www.weshop.one) und Experte für Shopper-Marketing und PoS-Digitalisierung. Das Unternehmen hat sich die digitale Transformation des Point of Sale vorgenommen und unterstützt Kunden aus dem Einzelhandel und der Markenartikelindustrie bei der Transformation ihrer stationären Verkaufsstätten zum Point-of-Experience (PoX), dem Ort des Einkaufserlebnisses. Im Juni gewann Weshop.one einen „POPAI“-Award im Bereich „Best Digital Integration“. Im Oktober wurde das Unternehmen von der Zeitschrift „Der Handel“ als eines von „50 StartUps, die den Handel verändern“ ausgezeichnet.

 


Den gesamten Beitrag lesen Sie im Boss-Magazin 12/2018

Herr Vonten, wie definieren Sie als Experte für ShopperMarketing ein schönes Einkaufserlebnis?

Vonten: Bei Erlebnis denkt man sofort an etwas Aufsehenerregendes, Großes und Außergewöhnliches. So etwas findet man in der stationären Handelswelt aber höchstens in den Flagship-Stores großer Marken. Viele Studien zeigen jedoch, dass Shopper diesen Wow-Effekt gar nicht suchen. Der Shopper von heute wünscht sich vielmehr ein aufwandsfreies Einkaufserlebnis und ein angenehmes Einkaufsambiente und genau dieses wird ihm Status heute im stationären Handel zu oft verwehrt. Meine Kollegen und ich sprechen tagtäglich mit vielen unterschiedlich großen Handelsunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Erfolgreichen haben eines gemeinsam: Sie bieten ihren Kunden ein exzellentes Erlebnis an und dieses beinhaltet Services und Dienstleistungen, welche in den aufstrebenden Onlineshops nur schwer oder gar nicht zu finden sind.

benchex WeShop Frankfurt

Und welche Begebenheiten trüben erfahrungsgemäß diesen exzellenten Einkaufsgenuss?

Vonten: Ein Ende 2017 erschienenes Whitepaper des „EHI Retail Institute“ mit dem prägnanten Titel „Top-ShoppingKiller im Einzelhandel“ benennt die Aspekte, welche die größten Kundenschmerzen bereiten. Angeführt wird die Liste von „Verkäufer nicht auffindbar“, gefolgt von „Lange Schlangen vor den Kassen“ und „Unfreundliche, unmotivierte Verkäufer“. Alles Probleme, die dem Shopper einen Aufwand bereiten, denn er muss suchen, warten, sich ärgern, etc. Das Thema „Berater“ bzw. „Beratung“ spielt augenscheinlich eine besonders wichtige Rolle, denn knapp ein Drittel der Top 20 Kundenschmerzen dreht sich genau um diesen Aspekt. Diese Feststellung ist wahrlich nicht neu, aber gerade in der Abgrenzung zum stärker und besser werdenden Online Handel entscheiden gute Beratungsmöglichkeiten über Wohl und Wehe und die Zukunftsfähigkeit des Händlers.

Wie Sie sagen, sind diese Fakten tatsächlich nicht neu. Warum sind diese ShoppingKiller jedoch nach wie vor noch Alltag in vielen Geschäften?

Vonten: Gutes, motiviertes und bezahlbares Beratungspersonal zu finden und langfristig zu halten, ist für jeden Händler schwierig und in Zeiten des Fachkräftemangels wird diese Aufgabe nicht
leichter. Und genau deshalb werden smarte digitale Lösungen im stationären Fachhandel immer wichtiger, nicht um Personal zu ersetzen, aber um dieses effizienter einsetzen zu können. Zum
Glück werden diese Lösungen immer besser und bezahlbarer und sind somit auch für kleine und mittelständische Fachhändler oder für Marken mit stationären Platzierungen im Handel wie z. B.
Marken Shop-in-Shop in der Schreibwarenabteilung eine Option.

Können Sie uns weitere Beispiele nennen, wie die Digitalisierung auch im stationären Handel gewinnbringend eingesetzt werden kann?

Vonten: Beispielsweise können smarte, digitale Lösungen dem Shopper oder dem Berater relevante Produkt-, Kundenund Sortimentsinformationen liefern, Produktempfehlungen machen, zeitraubende administrative Prozesse verkürzen, dem Shopper Möglichkeiten zur intuitiven SB-Beratung bieten und die Wartezeiten an den Kassen verringern. Dazu hält der Markt inzwischen
eine Vielzahl innovativer Produkte bereit. Beispielhaft seien hier interaktive Schaufenster, Produktinformations-Tablets am Regal, BeraterRufknöpfe, mobile Kassensysteme, intelligente Regale und alle Arten von inspirierenden digitalen Signage Systemen und Sensoriken genannt. Alle diese Produkte können dabei helfen das Einkaufserlebnis zu verbessern, indem sie die Beratungsexzellenz steigern, das Angebot an Dienstleistungen und Services erweitern und das Einkaufsambiente verbessern. Die Betonung muss hier aber ganz klar auf „können“ liegen, denn nicht alles was digital machbar und innovativ ist, ist auch sinnvoll.

Welche Voraussetzungen muss ein an der PoS Digitalisierung interessiertes Unternehmen erfüllen?

Vonten: Bevor Händler viel Geld in die PoS-Digitalisierung investieren, sollten sich diese immer grundlegende Fragen stellen: Wer sind meine Kunden? Wie ticken meine Kunden? Was
möchten meine Kunden? Wen möchte ich als Kunden gewinnen? Und wenn diese Fragen nicht eindeutig beantwortet werden können, dann empfehlen wir im ersten Schritt die
gute alte Kundenbefragung.